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Freiheit! Und Freude beim Essen

Ich schaue kaum Fernsehen und muss daher auf Zeitungsmeldungen zurückgreifen, wenn ich mich einmal über die „ernsten und weltbewegenden“ Dinge des täglichen Lebens informieren möchte. Deren gibt es überreichlich, so dass die Wahrnehmung  subjektiv und selektiv ist. Eine allgemeine und für mich immer geltende Voraussetzung etwas wahrzunehmen sind Begriffe wie „frei“, „Regulierung“ oder ähnliche.  Aber es muss natürlich nicht immer abstrakt sein. Essen ist auch eines meiner elementaren Themen. Und das war es  eigentlich lebenslang. Gleich, ob ich in schon sehr lange zurückliegenden Freiheit! Und Freude beim Essen weiterlesen

450 Jahre danach

Es gibt zeitlose Aussagen, wie diese von Focault zu Galileo Galilei : „Der wahre Skandal von Galileis Werk war nicht so sehr die Wiederentdeckung, das sich die Erde um die Sonne dreht, sondern die Konstituierung eines unendlichen und unendlich offenen Raumes; dergestalt, dass sich die Ortschaft des Mittelalters gewissermaßen aufgelöst fand: der Ort einer Sache war nurmehr ein Punkt in ihrer Bewegung“ (1)

Heute machen wir uns möglicherweise weniger Gedanken über unseren Platz im Universum, als um unseren Platz hier in unserer Gesellschaft und in unserem täglichen Leben. Unserem Leben steht zwar kein ganz unendlicher Raum zur Verfügung. Aber Dank relativ hohem Wohlstand, relativ guter Bildung und einer noch vorhandenen relativ großen Freiheit könnte man konstituieren (um in der gleichen Wortwahl wie Focault zu bleiben), dass uns für die Gestaltung unseres Lebens ein beinahe unendlicher Raum zu Verfügung steht.

Diesen zu nutzen, kann aber ebenso wie vor 450 Jahren, ein wahrer Skandal werden. Jedenfalls gelange ich zuweilen zu dieser Überzeugung, wenn ich mir die Regulierungswut der politischen Parteien anschaue. Sie sind sicherlich häufig wohl gemeint. Dennoch engen diese unseren Raum ein.

Ja, ja Schuld haben die Politiker!

Diese Aussage ist bequem und wegschauend. Es hat vielmehr den Anschein, dass die Ursache in den Erwartungen der Politiker begründet sind. Genauer: in den Erwartungen der Politiker, was die Wähler erwarten.

Immerhin, einen Erfolg haben wir in den letzten 450 Jahren definitiv zu verzeichnen: Wir akzeptieren zwischenzeitlich, dass die Erde keine Scheibe ist. Um aber nicht hoffnungslos in der Vielzahl der Möglichkeiten unseres Lebens hier auf der Erde verloren zu gehen, versuchen wir vieles, den (fast) unendlichen Raum für unserer Leben einzugrenzen. Wir vermeiden Skandale. Und sind damit mehr noch als politisch korrekt.

(1) Gefunden in heise online