Politiker und – manchmal schwer erkennbare – Political Correctness


Einige Kommentare zum Ausgang der Hamburger Landtagswahl und hier insbesondere zum Ergebnis der FDP erklären wesentlich mehr als eben nur den Überraschungserfolg der FDP. Man muss nur genauer hinschauen, was Herr Lucke und Herr Rupp mit ihren Aussagen tatsächlich gemeint haben.

Die Welt berichtete hierzu, wie ich bereits auf meinem beruflichen Twitter-Account in Kürze (ja die 140 Zeichen 🙂 ) vermerkt hatte:

Der AfD Chef Lucke bot folgende Erklärung:

„mit bestimmten körperlichen Eigenschaften ihrer Spitzenkandidatin geworben hat“.

Diese Begründung, wenn man sie nur richtig liest, kann mir die AfD fast sympathisch machen. Herr Lucke weist uns mit dieser Aussage eindringlich darauf hin, dass „Aussehen“ nicht alles ist. Schlimmer noch, wir könnte durch weibliche Schönheit derart geblendet werden, dass wir „falsch“ wählen.

Ich ziehe einmal einen Umkehrschluß und damit wird dann auch deutlich, dass die AfD überhaupt nicht so kritisch gegenüber einigen Religionen ist, wie möglicherweise gemeinhin vermutet wird. Denn wenn wir bei Frauen keine Gesichter, Beine oder anderes mehr entblößt sehen würden, ja dann – und nur dann – wären wir in der Lage überlegt und unbefangen nur nach deren inhaltlichen Aussagen zu entscheiden, zu wählen. Ist dies nicht ein tiefer Ausdruck von Political Correctness?

Vielleicht etwas weniger verschlüsselt als die Aussage des immer äußerlich korrekt erscheinenden Professors (by the way: Könnte es etwa sein, dass uns der korrekte Anzug von Herrn Lucke zu falschen Wahlentscheidungen verleitet?) ist dagegen diese unterschnörkelte – man möchte fast sagen – „grüne“ und damit natürliche Aussage von Jörg Rupp, dem Mitglied des Grünen-Landesvorstandes in Baden-Württemberg:

„mit Titten und Beinen anstatt Inhalten“

Hier fällt es mir etwas schwerer, eine Verbindung zum politisch Korrekten herzustellen. Aber immerhin zeigt uns dieser Ausspruch, dass zumindest einige Grüne-Politiker nicht weltfremd verbohrt sind und immer nur die Natur in den Vordergrund stellen und als alleinigen Maßstab nehmen.

Denn sind Busen (ich wähle liebe eine unverfängliche norddeutsch-hamburgisch geprägte Ausdrucksweise) und Beine nicht etwas zutiefst Natürliches? Auch bei den Grünen ist also die Natur nicht allein entscheidend. Wollte uns Herr Jupp also damit sagen, die Grünen sind eben auch liberal?


 

Übrigens: Jetzt aus diesem Artikel zu folgern, ich hätte Frau Suding gewählt, ist falsch. Konnte ich als Niedersachse nicht und weil ich Wechselwähler bin, weiß ich auch nicht, wie ich entschieden hätte.

Zitate: aus der Welt – siehe den Tweet oben

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