Neurogenese: Menschen und Tiere lernen nie aus! Aber genug?


Der Mensch lernt nie aus ( Zu den Tieren später). Hilfreich ist hierbei sicherlich die Neurogenese, die Neubildung von Nervenzellen, die bis ins hohe Alter anhält.

Aber lernt der Mensch genug?

Wahrscheinlich nicht. Dennoch, ich jedenfalls gebe mir Mühe und zeige dazu manchmal sogar die Bereitschaft Bücher von Autoren zu lesen, die mir zunächst eigentlich nicht zu sagen. Einer dieser Autoren ist Gerhard Roth.
Bekannt geworden ist der Professor für Verhaltensphysiologie durch viele Veröffentlichung zum Thema Willensfreiheit. Wobei ich an dieser Stelle mit „Veröffentlichungen“ nicht seine eigenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen meine, sondern unterschiedliche Berichte und Interviews aus den Medien. Deren plakative Kernaussage lautete, der Mensch habe keine Willensfreiheit. Intuitiv widerstrebt mir diese Aussage, deshalb hatte ich es bisher vermieden, Bücher von Roth zu lesen.

Aber lernt der Mensch genug?

Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich wieder auf der Suche nach neuer – nicht ökonomischer – Lektüre war. Genaue Vorstellungen und Erwartungen hatte ich nicht (was ja vielleicht auch vollkommen irrelevant sein könnte, ob ich sie hatte, falls ich tatsächlich keine Willensfreiheit haben sollte :_) ).
Es hat sich zweifach gelohnt die Lektüre zu beginnen:
Zum einen habe ich immer wieder bemerkt (ich bin mit der Lektüre des Buches noch nicht zu Ende), dass Roth seine Aussagen über unser Gehirn und Seele nicht in der absoluten Form trifft, wie dies vielfach in den Medien wieder gegeben wird. Er betont an verschiedenen Stellen immer wieder deutlich, welche Aussagen zu unserem Gehirn, zu unserer Seele und zur Willensfreiheit noch nicht abschließend eindeutig bewiesen sind. Gut so, bei einem solch grundsätzlichem Thema!
Zum anderen fand ich folgenden sehr interessanten Satz:

„Die soziale Umwelt kann ebenfalls die Neurogenese beeinflussen; so weisen Tiere, die in Gruppen leben im Vergleich zwischen zu isoliert gehaltenen Tieren eine höhere Neubildung von Nervenzellen auf.“ (1)

Endlich habe ich eine Bestätigung – sogar eine wissenschaftliche (!) gefunden, dass es richtig war, drei Hunde in unserer Familie zu haben.

010115h2

Aber lernt der Mensch genug?

Nun, bei uns in der Kommunalpolitik scheint dies nicht der Fall zu sein, denn bei drei Hunden steigt mit jedem Hund die Hundesteuer an. Der erste Hund ist vom Steuersatz noch günstig. Eine sozialpolitisch gute Entscheidung, denn aufgrund des geringen Steuersatz, ist es auch bei geringem Einkommen jedem möglich, einen Hund zu halten. Nur dann wird es teuer. Der Mensch lernt also etwas. Es darf nicht von der Höhe des Einkommens abhängen, ob man einen Hund halten möchte. Er lernt aber nicht genug: Das es nämlich für den Hund besser wäre (wenn denn die Neubildung von Nervenzellen gut ist), er würde von mehr Artgenossen umgeben sein.


 

(1) Gerhard Roth , Wie das Gehirn die Seele macht, Klett-Cotha, 2014, Ebookausgabe Location 4103

2 Kommentare zu „Neurogenese: Menschen und Tiere lernen nie aus! Aber genug?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s