Weshalb wir die Kommunikation der Pflanzen besser kennen lernen sollten


SONY DSC

Weshalb wir die Kommunikation der Pflanzen besser kennenlernen sollten ……

Interessant, dass die Wochenzeitschrift Die Zeit wieder einmal einThema aufgreift, welches zwar seit Jahren diskutiert wird, aber leicht der Parawissenschaft zugeordnet wird: Können Pflanzen sprechen?
Aus dieser Frage resultieren natürlich schnell weitere Fragestellungen und damit auch neue Forschungsfelder, neben der „Pflanzenkommunikationsforschung“ auch die Pflanzenneurobiologie. Denn Kommunikation setzt auch Intelligenz voraus.
Tatsächlich scheint es mir unsinnig, bei diesen Themen von Parawissenschaften oder Esoterik zu reden. Ein Indiz – kein Beweis- ist, dass der im renommierten Max-Planck-Institut tätige Direktor für Chemische Ökologie, Ian Baldwin, sich seit Jahren ernsthaft mit der Kommunikation der Pflanzen beschäftigt. Dazu in der Zeit:

„Ihn braucht man erst gar nicht zu fragen, ob Pflanzen kommunizieren. Begeistert berichtet er von seinen Beobachtungen, die so unglaublich klingen, als sei man in einen Märchenstunde geraten“ (1)

Ein interessantes Beispiel der Kommunikation, die über das System der Pflanzen hinausgeht, bietet die Tabakpflanze. Um sich vor Ihren Feinden aus dem Tierreich zu schützen, warnt sie mit ihrem Nikotin, welches die meisten Raupen (ihre „Feinde“) nicht mögen. Aber die Evolution ist vielfältig und bringt auch Raupen hervor, denen Nikotin nichts ausmacht (2). In diesem Fall „spricht“ der Tabak gzielt Unterstützer gegen ihre Raupen-Feinde an, die Wespen, die wiederum Raupen fressen. Die Kommunikationsmittel des Tabaks sind dabei spezielle Enzyme.

Den Kritikern, die jetzt einwenden, Enzyme stellen keine Sprache dar, seien darauf hingewiesen, dass „Sprache“ nicht unbedingt Laute erfordern. Mag denke an die Gehörlosensprache, die auf Zeichen basiert.

Aber warum schreibe ich dies alles? Dazu einige weitere Aussagen aus dem Zeit-Artikel:

  1. Pflanzen müssen „viel smarter sein als Tiere, die weglaufen können“
  2. Kultursorten, wie Mais etc seien „dumm wie Bohnenstroh“
  3. „Über der Erde herrscht Kapitalsmus. Unter der Erde aber reagiert ein soziales Netzwerk“

Wenn diese Aussage zutreffen, sollten wir uns als Menschen schon aus rein egoistischen Gründen keinesfalls die Chance nehmen, das „Leben der Pflanzen“ noch viel genauer zu erforschen, allein schon deshalb, um über Analogien neue Denkansätze für eine bessere Zukunft (oder überhaupt eine Zukunft) der Menschen zu finden.  Und natürlich geht es dabei nicht um Pflanzen allein sondern auch um die Interaktionen innerhalb der Ökosysteme (wie es das Beispiel Tabak-Raupen-Wespen zeigt). Es kann nur hilfreich sein, Ökosysteme besser zu verstehen, denn auch viele andere unserer menschlichen Lebensbereiche sind durch Systeme geprägt. Dies gilt auch für unser Wirtschaftssytem (3)

Insgesamt mehr als überzeugende Gründe sich für eines der vielfältigsten Ökosysteme der Welt, z.B. dem brasilianischen Regenwald, zu engagieren.

 


 

(1) Die Zeit, Printausgabe No 24, 5. Juni 2014, Seite 33

(2) Kleine nicht ganz ernst gemeinte Anmerkung: Übrigens ein noch weiter zu verfolgendes Indiz, dass ein Teil der Menschen, die Raucher/Innen, womöglich von dieser Sorte der Raupen abstammt 🙂

(3) Gerade rechtzeitig erinnere ich mich an das Thema dieses Blogs „Anderes als Ökonomie“ deshalb an dieser Stelle kein weiteres Wort dazu. Wenn es interessiert kann ja im Blog finanzenlounge stöbern 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s